Ein kleines Projekt mit sichtbarem Mehrwert

Ein kleines Projekt mit sichtbarem Mehrwert

Zur Fernüberwachung ihrer Anlagen entschied sich die Norderwerft in Hamburg für die YardManager-Lösung von Digitread IoT. Der Nutzen wurde sofort sichtbar.

Die Norderwerft, die 1875 gegründet wurde und zur Lürssener Werftengruppe gehört, hat sich stark vergrößert und verfügt heute über mehrere Werften in Deutschland. Lürssen baut in erster Linie Marine- und Küstenwachschiffe und einige der luxuriösesten Yachten der Welt, während die Norderwerft keine Schiffe baut, sondern auf die Instandhaltung von Schiffen spezialisiert ist.

Der Wunsch, neue Technologien zu testen
Im vergangenen Jahr startete Lürssen ein Projekt, das auf neue Technologien zugreift, um die Vorteile von digitalen Lösungen zu erkunden.
„Im Vergleich zu vielen anderen Industriezweigen setzen Werften weitestgehend traditionelle Technologien ein, während die Entwicklung und Digitalisierung beispielsweise in der Automobilindustrie viel weiter fortgeschritten ist. Mit dem Lürssen-Projekt soll ermittelt werden, wie neue Technologien unsere Arbeitsabläufe vereinfachen und die Effizienz verbessern können. Daher werden bereits in mehreren Werften Projekte durchgeführt. Eines der Projekte wird bei uns auf der Norderwerft in Zusammenarbeit mit Digitread IoT umgesetzt“, erklärt Peter Hansmann, der Betriebsleiter der Werft.

Die Aufgabe von Digitread auf der Norderwerft bestand darin, Daten von zwei Luftkompressoren und einem Stromrichter zu extrahieren.

Was klein begann endet groß
Die Aufgabe von Digitread auf der Norderwerft bestand darin, Daten von zwei Luftkompressoren und einem Stromrichter zu extrahieren. Die Luftkompressoren sind für die meisten Werkzeuge erforderlich, die auf der Werft für Wartungsarbeiten eingesetzt werden. Doch ein Teil des Problems bestand darin, dass sich der Kompressor automatisch und ohne Vorwarnung abschaltete, wenn er heiß lief, was die gesamten Wartungsarbeiten auf der Werft zum Stillstand brachte. Daher suchte die Werft nach einer Lösung, bei der ein Warnsignal abgegeben wird, so dass ausreichend Zeit ist, den zweiten Kompressor noch vor der Abschaltung des ersten Kompressors anzustellen und so den kontinuierlichen Werftbetrieb zu sichern. Die Kompressoren waren bereits mit Sensoren ausgestattet, die Temperatur, Druck und Auslastung anzeigten, aber die Daten wurden nur unmittelbar am Kompressor ausgelesen. Mit Hilfe von Digitread kann die Werft nun über ein Smartphone mit der integrierten YardManager-App auf die Betriebsdaten der Kompressoren zugreifen.
„Diese Darstellung der Daten macht es für uns viel einfacher, auf einen Blick zu sehen, wie die Anlage läuft. Bei zu niedrigem Druck oder zu hoher Temperatur wird am Telefon ein Alarm ausgelöst. Das hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, weil wir bei Problemen mehr Zeit haben zu reagieren“, erläutert Hansmann.

Plug & Play
Nachdem Digitread die erforderlichen Spezifikationen im Hinblick auf die Daten erhalten hatte, die am Kompressor ausgelesen werden können, wurde eine einfache und gut funktionierende Lösung zur Extraktion der Daten angepasst.„Die Hardware selbst war so einfach zu montieren, dass wir das selbst gemacht haben“, erklärt Hansmann.

Digitread richtete dann die Kommunikationslösung mit Hilfe eines Siemens IoT-Gateways ein und integrierte diese in die YardManager-Applikation.
„Viele glauben, dass IoT-Projekte teuer und komplex sind, aber das muss nicht sein. Im vorliegenden Fall generierten die Kompressoren und der Stromrichter bereits Daten. Davon ausgehend dauerte es nicht mehr lange, bis die gewünschte Lösung vorlag, bei der die Daten verfügbar sind und in der App so angezeigt werden, dass sie für den Endbenutzer schnell und einfach nutzbar sind“, ergänzt Christoffer Lange von Digitread IoT.
„Es mag als nicht weltbewegend erscheinen, Daten von einem Gerät an ein Smartphone zu senden, und das ist es auch nicht. Für uns ist nicht die zugrundeliegende Technologie entscheidend, sondern die Tatsache, dass die Lösung unsere Abläufe einfacher und vorhersehbarer gestaltet. Zudem erleichtert sie es uns, die notwendigen Wartungsarbeiten zu antizipieren und zweckmäßig zu reagieren“, erklärt Hansmann.

Die digitale Werft
Die Norderwerft ist mit der von Digitread IoT angebotenen Lösung sehr zufrieden. Der nächste Schritt ist eine umfassende Bewertung sämtlicher Digitalisierungsprojekte der gesamten Lürssen-Gruppe, bevor die Geschäftsführung eine endgültige Entscheidung über die weitere Vorgehensweise treffen wird:
„Wir sehen dem Ergebnis gespannt entgegen. Vielleicht kann die Entwicklung mit mehreren kleinen Projekten fortgesetzt werden, bei denen wir weitere Maschinen und Prozesse auf der Werft für die Fernüberwachung identifizieren. Es kann aber auch sein, dass wir zu dem Schluss kommen, dass wir in größeren Dimensionen denken und die Überwachung der gesamten Werft in Betracht ziehen sollten“, folgert Hansmann.

Publiziert: 03.06.2020